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Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis der historischen Kosten. Eine wesentliche Ausnahme hiervon stellen die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten (Derivativen) Finanzinstrumente dar.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen nutzungsbedingten und gegebenenfalls außerplanmäßigen Abschreibungen, bilanziert. Sind die Grundlagen für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr gegeben, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, die die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht übersteigen dürfen. Die Kosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen neben den Einzelkosten auch diejenigen Teile der Gemeinkosten, die der Herstellung direkt zurechenbar sind. Zurechenbare Fremdkapitalkosten finden Berücksichtigung in den Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten.

Sachanlagen werden mit Ausnahme von Grundstücken nach der linearen Methode über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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Gebäude 5 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 2 bis 20 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 20 Jahre

Soweit der Haniel-Konzern im Rahmen von Leasingtransaktionen als Leasingnehmer alle wesentlichen Chancen und Risiken trägt und somit als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen ist, sind die Voraussetzungen des Finanzierungsleasings nach IAS 17 erfüllt. In diesen Fällen werden die jeweiligen Vermögenswerte zu Zeitwerten bzw. zum niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und linear entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer bzw. über die kürzere Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben. Der Barwert der aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen ist unter den kurz- und langfristigen Finanziellen Verbindlichkeiten passiviert. Überwiegend bestehen für mittels Finanzierungsleasingverträgen geleaste Gebäude marktübliche Kaufoptionen zum Ende der Grundmietzeit.

Neben dem Finanzierungsleasing hat der Haniel-Konzern Mietverträge abgeschlossen, bei denen das wirtschaftliche Eigentum an den gemieteten Gegenständen beim Leasinggeber verbleibt (Operatives Leasing). Die Leasingzahlungen werden erfolgswirksam erfasst. Die Leasingverträge enthalten je nach Art des geleasten Gegenstands übliche Miet- und Vorkaufsregelungen.

Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. Mit Ausnahme von Goodwills, Markennamen und Kunstobjekten mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sind sämtliche Nutzungsdauern begrenzt. Eine unbestimmte Nutzungsdauer ist dabei auf die beabsichtigte fortwährende Nutzung der entsprechenden Vermögenswerte im Unternehmen zurückzuführen. Die planmäßige Abschreibung immaterieller Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer erfolgt grundsätzlich linear über die vertragliche oder geschätzte Nutzungsdauer. Diese beträgt zwischen 2 und 20 Jahren. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, deren künftiger Nutzen dem Konzern wahrscheinlich zufließen wird und die verlässlich bewertet werden können, werden mit ihren Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der zuordenbaren herstellungsbezogenen Gemeinkosten. Zurechenbare Fremdkapitalkosten von qualifizierten Vermögenswerten werden berücksichtigt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand behandelt, soweit die Voraussetzungen zur Aktivierung von Entwicklungskosten gemäß IAS 38 nicht erfüllt sind.

Bei den Goodwills wird die Werthaltigkeit der aktivierten Buchwerte gemäß IAS 36 einmal jährlich und bei Vorliegen von Triggering Events auf Basis von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units) bzw. Gruppen von Einheiten überprüft. Im Haniel-Konzern werden die planmäßigen Werthaltigkeitstests im vierten Quartal eines Jahres durchgeführt. Zum Bilanzstichtag bestehen im Haniel-Konzern insgesamt 22 zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Vorjahr: 21). Die Erhöhung resultiert aus dem Erwerb von Bekaert Textiles. Im Rahmen der Werthaltigkeitstests werden die Buchwerte der einzelnen bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem erzielbaren Betrag verglichen, der dem höheren Wert aus Nutzungswert und dem gegebenenfalls ergänzend ermittelten beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entspricht. Der beizulegende Zeitwert spiegelt die bestmögliche Schätzung des Betrags wider, für den ein unabhängiger Dritter die (Gruppen von) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten am Bilanzstichtag erwerben würde. Hierfür nach bester Schätzung anfallende Veräußerungskosten werden abgezogen.

Grundlage der Ermittlung des Nutzungswerts bildet eine Detailplanung der zukünftigen Zahlungsströme auf Basis des Cashflows vor Zinsen und Steuern abzüglich Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen sowie eine ewige Rente für die Jahre nach dem Detailplanungszeitraum. Die Detailplanung basiert jeweils auf vom zuständigen Management verabschiedeten Finanzplänen, die grundsätzlich einen Zeithorizont von fünf Jahren umfassen und auch für interne Zwecke verwendet werden. Wesentliche Planungsannahmen betreffen die zugrunde gelegte Umsatzentwicklung sowie die operative Ergebnismarge. Für die Ermittlung der Detailplanung werden Entwicklungen in der Vergangenheit und Erwartungen bezüglich der zukünftigen Marktentwicklung zugrunde gelegt. Bei der Berechnung der ewigen Rente wird, ausgehend vom jeweiligen erwarteten durchschnittlichen Marktwachstum, ein erwartetes zukünftiges Unternehmenswachstum berücksichtigt. Die so ermittelten Zahlungsströme werden mit dem für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit bzw. Gruppe von Einheiten individuell ermittelten gewichteten Gesamtkapitalkostensatz vor Steuern (Weighted Average Cost of Capital; WACC) abgezinst, um den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen. Die Gesamtkapitalkostensätze werden marktbasiert als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkostensätze ermittelt. Die Eigenkapitalkostensätze spiegeln dabei die risikoadäquaten Renditeerwartungen von Eigenkapitalgebern in Bezug auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wider. Berücksichtigung finden hierbei neben geschäftsmodellspezifischen Parametern auch länderspezifische Risikozuschläge, die auf Basis externer Länderratings abgeleitet werden. Die verwendeten Fremdkapitalkostensätze stellen die langfristigen Finanzierungskonditionen von Unternehmen mit vergleichbarer Bonität dar.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von Einheiten, wird eine erfolgswirksame Abschreibung auf den Goodwill und gegebenenfalls auf weitere Vermögenswerte der betroffenen Einheiten vorgenommen.

Die folgende Übersicht fasst die verwendeten Parameter für die Ermittlung der Nutzungswerte im Rahmen der planmäßigen Werthaltigkeitstests pro Segment und zusätzlich für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit einem signifikanten Goodwill zusammen:

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  Gewichteter Gesamt-
kapitalkostensatz vor Steuern
Erwartetes zukünftiges
Unternehmenswachstum
(ewige Rente)
Goodwill zum 31.12.2015
  % % Mio. Euro
Bekaert Textiles 8,5 bis 10,9 2,0 119
CWS-boco 7,0 bis 9,5 1,5 277
Davon CWS-boco Deutschland 8,8 1,5 207
ELG 11,4 bis 12,6 0,0 bis 4,5 96
TAKKT 8,0 bis 9,3 1,0 bis 2,0 620
Davon Specialties Group 9,2 2,0 233
Davon Packaging Solutions Group 8,0 2,0 153

Neben den Goodwills existieren im Haniel-Konzern weitere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 95 Mio. Euro (Vorjahr: 52 Mio. Euro). Hierbei handelt es sich überwiegend um im Zuge von Akquisitionen aktivierte Markennamen. Ihre Werthaltigkeit wird im Rahmen der Werthaltigkeitstests auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten überprüft.

Als Ergebnis der planmäßigen Werthaltigkeitstests wurden im Geschäftsjahr auf Basis der ermittelten Nutzungswerte nach IAS 36 wie im Vorjahr keine Goodwillabschreibungen vorgenommen.

Der Nachweis der Werthaltigkeit basiert bei allen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf dem Nutzungswert. Zur Validierung der im Rahmen der planmäßigen Werthaltigkeitstests ermittelten Nutzungswerte wurden Szenarien bezüglich kritischer Berechnungsparameter durchgeführt. Es führte weder eine vom Management für möglich erachtete Erhöhung der gewichteten Gesamtkapitalkostensätze vor Steuern um 0,5 Prozentpunkte noch eine Verringerung der Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum um 0,25 Prozentpunkte zu einem hypothetischen Abwertungsbedarf. Dies gilt ebenfalls für eine pauschale Verringerung des Cashflows vor Zinsen und Steuern in der ewigen Rente um 5 Prozent.

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß IAS 28 bzw. IFRS 11 nach der Equity-Methode bilanziert. Ausgehend von den Anschaffungskosten der Anteile am assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen wird der jeweilige Beteiligungsbuchwert sowohl um erfolgswirksame als auch erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen der At-Equity bewerteten Beteiligung erhöht bzw. vermindert, soweit diese Veränderungen auf die dem Haniel-Konzern zurechenbaren Anteile entfallen. Im Buchwert enthaltene Goodwills werden nach den für die Vollkonsolidierung geltenden Grundsätzen ermittelt und nicht planmäßig abgeschrieben. Ein Werthaltigkeitstest wird durchgeführt, sofern substanzielle Hinweise im Sinne des IAS 39 auf eine mögliche Wertminderung des gesamten Beteiligungsbuchwerts vorliegen.

Zu den Finanziellen Vermögenswerten zählen neben Ausleihungen insbesondere Beteiligungen und Wertpapiere. Ausleihungen werden bei erstmaligem Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten und anschließend, unter Anwendung der Effektivzinsmethode, mit fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Liegen substanzielle Hinweise im Sinne des IAS 39 für eine Wertminderung vor, wird auf den niedrigeren Barwert der erwarteten Cashflows unter Zugrundelegung des ursprünglichen Effektivzinssatzes abgeschrieben.

Beteiligungen und Wertpapiere unterteilen sich nach IAS 39 in solche, die Zur Veräußerung verfügbar sind (Available for Sale), solche, die Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertet werden (Fair Value through Profit or Loss), und solche, die Bis zur Endfälligkeit gehalten werden (Held to Maturity). Die Klassifizierung wird zum Kaufzeitpunkt festgelegt und zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Als Zur Veräußerung verfügbar werden neben nicht notierten Beteiligungen insbesondere Fonds und börsennotierte Anleihen klassifiziert, die nicht zwangsläufig bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollen. Käufe und Verkäufe von Finanzanlagen bzw. Wertpapieren aller Kategorien werden zum Erfüllungstag (Settlement Date) bilanziert.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Zur Veräußerung verfügbar werden zunächst mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten und anschließend mit ihrem jeweiligen beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet (zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte siehe Textziffer 27). Die daraus resultierenden unrealisierten Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern im Sonstigen Ergebnis erfasst. Sofern kein notierter Marktpreis vorhanden und ein beizulegender Zeitwert auch nicht verlässlich ermittelbar ist, werden die Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bilanziert. Liegen substanzielle Hinweise für eine Wertminderung vor, erfolgt eine erfolgswirksame Abwertung. Sind die Grundlagen für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr gegeben, werden entsprechende Wertaufholungen vorgenommen. Diese erfolgen bei Eigenkapitalinstrumenten erfolgsneutral und bei Schuldinstrumenten, sofern die Bedingungen des IAS 39 erfüllt sind, erfolgswirksam. Bei Veräußerung der Vermögenswerte werden die zuvor im Sonstigen Ergebnis erfassten Erträge und Aufwendungen erfolgswirksam berücksichtigt.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam bewertet werden mit ihrem jeweiligen beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Etwaige Transaktionskosten werden bei Einbuchung erfolgswirksam berücksichtigt. Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Bis zur Endfälligkeit gehalten werden anfänglich mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten, unter Verwendung der Effektivzinsmethode, angesetzt. Bei substanziellen Hinweisen für eine Wertminderung wird auf den niedrigeren Barwert der erwarteten Cashflows unter Zugrundelegung des ursprünglichen Effektivzinssatzes abgeschrieben.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz saldiert ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht. Zudem muss beabsichtigt sein, einen Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen bzw. gleichzeitig mit der Realisierung des finanziellen Vermögenswerts die zugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Andernfalls werden der finanzielle Vermögenswert und die Verbindlichkeit unsaldiert in der Bilanz ausgewiesen.

Vorräte werden grundsätzlich mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Neben den Material- und Fertigungseinzelkosten werden produktionsbezogene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie die auf die Produktion entfallenden Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte eingerechnet. Fremdkapitalkosten werden nicht berücksichtigt. Liegen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten am Bilanzstichtag über dem aktuellen Nettoveräußerungswert, werden die Vorräte entsprechend abgewertet. Je nach den geschäftsbereichsspezifischen Gegebenheiten kommen verschiedene Verbrauchsfolgeverfahren zur Anwendung. Angesetzt wird in der Regel ein Durchschnittswert oder ein auf Basis des FIFO-Verfahrens (First in, First out) ermittelter Wert. Zudem wird auch die Standardkostenmethode angewendet.

Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie Übrige kurzfristige Vermögenswerte werden, sofern es sich um Kredite und Forderungen (Loans and Receivables) handelt, bei erstmaligem Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Bestehende Risiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Steuerforderungen und Steuerverbindlichkeiten werden mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Erstattung von der bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird.

Derivative Finanzinstrumente, wie z.B. Termingeschäfte, Optionen und Swaps, werden grundsätzlich für Sicherungszwecke eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Preisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. aus den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren. Nach IAS 39 sind alle Derivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Fair-Value-Änderungen von Derivativen Finanzinstrumenten, bei denen Hedge Accounting angewendet wird, werden entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung (Fair Value Hedge) oder, sofern es sich um einen Cashflow Hedge handelt, im Sonstigen Ergebnis unter Berücksichtigung latenter Steuern ausgewiesen.

Bei einem Fair Value Hedge werden Derivate zur Absicherung von Bilanzposten eingesetzt. Die Ergebnisse aus der Fair-Value-Bewertung der Derivate und der dazugehörigen Grundgeschäfte werden erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen eines Cashflow Hedge werden Derivate verwendet, um zukünftige Cashflow-Risiken aus bereits bestehenden Grundgeschäften oder geplanten Transaktionen zu sichern. Der Hedge-effektive Teil der Fair-Value-Änderungen der Derivate wird zunächst im Sonstigen Ergebnis erfasst. Eine Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zeitgleich mit der Erfolgswirkung des abgesicherten Grundgeschäfts. Der Hedge-ineffektive Teil der Fair-Value-Änderungen der Derivate wird unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Fair-Value-Änderungen Derivativer Finanzinstrumente werden in Fällen, in denen kein Hedge Accounting angewendet wird, sofort in voller Höhe erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten werden als Zur Veräußerung vorgesehen klassifiziert, wenn ihr Buchwert überwiegend durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung erlöst wird. Diese Bedingung wird unter anderem dann als erfüllt angesehen, wenn der Verkauf höchstwahrscheinlich ist, der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist und der Verkauf erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres beginnend ab dem Zeitpunkt der Zuordnung abgeschlossen sein wird.

Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als Zur Veräußerung vorgesehen klassifiziert sind, werden ab dem Zeitpunkt der Umklassifizierung nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern mit dem niedrigeren der beiden Beträge aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte orientiert sich dabei in der Regel an abgeschlossenen Kaufverträgen oder bereits hinreichend konkreten Kaufpreisangeboten. Der Ausweis der Zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten mit ihren zugehörigen Schulden (Veräußerungsgruppen) erfolgt ab dem Zeitpunkt der Umklassifizierung in der Bilanz getrennt von anderen Vermögenswerten und Schulden jeweils in einem separaten Posten im kurzfristigen Bereich. Eine Umgliederung der Vorjahreswerte in der Bilanz findet nicht statt. Handelt es sich bei der Veräußerungsgruppe um einen wesentlichen Konzernteil, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ein Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Bereiche ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres wird entsprechend angepasst. Das Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Bereiche setzt sich zusammen aus dem laufenden Ergebnis des Bereichs sowie dem Ergebnis der oben genannten Bewertung und dem Veräußerungsergebnis. In der Kapitalflussrechnung werden die Ein- und Auszahlungen der nicht fortgeführten Bereiche zusammen mit den entsprechenden Zahlungen der fortgeführten Bereiche ausgewiesen.

Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften und der Konzernbilanz – mit Ausnahme von steuerlich nicht ansetzbaren Goodwills – sowie für steuerliche Verlustvorträge angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur insoweit berücksichtigt, wie deren Realisierung mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der jeweils aktuellen Rechtslage zukünftig gelten werden. Die Saldierung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steueransprüche und - schulden gegeben ist und die latenten Steueransprüche und - schulden gegenüber der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt bestehen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit-Methode) ermittelt. Bei diesem Verfahren werden neben biometrischen Berechnungsgrundlagen insbesondere eine jeweils aktuelle langfristige Kapitalmarktrendite sowie Annahmen über zukünftige Entgelt- und Rententrends berücksichtigt. Neubewertungskomponenten werden unmittelbar und in voller Höhe im Sonstigen Ergebnis erfasst. Eine spätere Umgliederung dieser Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung findet nicht statt. Neubewertungskomponenten ergeben sich aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sowie der Differenz zwischen den tatsächlichen und den im Nettozinsaufwand erfassten erwarteten Erträgen des Planvermögens. Des Weiteren können Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts (Asset Ceiling) in die Neubewertung einfließen. Der im Finanzierungsaufwand ausgewiesene Nettozinsaufwand beinhaltet den Aufwand aus der Aufzinsung des Anwartschaftsbarwerts und die erwarteten Erträge des Planvermögens.

Mit Ausnahme der nach IAS 19 bzw. IFRS 2 berechneten Personalrückstellungen werden alle Übrigen Rückstellungen auf Basis von IAS 37 gebildet, soweit eine rechtliche oder faktische Außenverpflichtung besteht, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruht. Der Vermögensabfluss muss wahrscheinlich und verlässlich ermittelbar sein. Rückstellungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen, die dem Risiko und Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen, abgezinst.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der Derivativen Finanzinstrumente sowie von zu Handelszwecken gehaltenen Finanziellen Verbindlichkeiten zunächst zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten und in der Folge mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingraten unter Berücksichtigung des Zinssatzes, der bei Abschluss des Leasingvertrags zugrunde gelegt wurde, und unter Berücksichtigung zwischenzeitlicher Tilgungen angesetzt.

Anteile von ursprünglich langfristigen Vermögenswerten und Schulden, deren Restlaufzeit unter einem Jahr liegt, werden grundsätzlich unter den kurzfristigen Bilanzposten ausgewiesen.

Umsatzerlöse enthalten Verkaufserlöse von Produkten und Dienstleistungen, vermindert um Skonti, Rabatte und gegebenenfalls Abgrenzungen aus Kundenbindungsprogrammen. Umsatzerlöse werden mit dem Eigentums- und Gefahrenübergang auf den Kunden realisiert. Rückgaberechten von Kunden wird durch Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen. Sofern Beträge als Vermittler im Interesse Dritter eingezogen werden, stellen diese keine Umsatzerlöse dar, da sie keinen Zufluss an wirtschaftlichem Nutzen darstellen. Bei derartigen Geschäften werden nur die Vergütungen für die Vermittlung des Geschäfts als Umsatzerlöse berücksichtigt.

Die Übrigen betrieblichen Erträge werden erfasst, wenn der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich und der Betrag verlässlich zu bestimmen ist.

Dividenden werden berücksichtigt, wenn ein Rechtsanspruch entstanden ist. Zinserträge und nicht nach IAS 23 aktivierungspflichtige Zinsaufwendungen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 zu ihrem beizulegenden Zeitwert nur dann erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Zuwendungen zur Deckung von Aufwendungen werden erfolgswirksam behandelt und grundsätzlich in den Perioden verrechnet, in denen die Aufwendungen anfallen, die kompensiert werden sollen. Zuwendungen für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten werden grundsätzlich passivisch abgegrenzt.

Werbekosten werden aufwandswirksam behandelt, sobald ein Recht auf Zugriff auf die Werbemittel besteht bzw. die Dienstleistung im Zusammenhang mit den Werbeaktivitäten empfangen wurde.

Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung werden Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden auswirken. Im Wesentlichen beziehen sich die Annahmen und Schätzungen auf die folgenden Posten:

Im Zuge von Akquisitionen ergeben sich Goodwills. Bei der Erstkonsolidierung werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet. Die bilanzierten Zeitwerte stellen dabei eine wesentliche Schätzgröße dar. Falls immaterielle Vermögenswerte identifiziert werden, erfolgt in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts unter Verwendung von anerkannten Bewertungsmethoden. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit Annahmen des Managements über die künftige Wertentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte sowie der verwendeten Diskontierungszinssätze. Dies gilt auch für die Bewertung und Fortführung von At-Equity bewerteten Beteiligungen.

Neben der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden beruht auch die Bewertung bedingter Gegenleistungen aus Unternehmenserwerben auf Annahmen und Einschätzungen des Managements über die künftige Entwicklung des erworbenen Unternehmens. Abweichungen der zukünftigen tatsächlichen Unternehmensentwicklung von der erwarteten können Einfluss auf die Höhe der bedingten Gegenleistungen und das Ergebnis nach Steuern haben.

Die Werthaltigkeitstests von Goodwills und sonstigen immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie von Beteiligungen basieren auf zukunftsbezogenen Annahmen. Basierend auf der Entwicklung der Vergangenheit und den Erwartungen bezüglich der künftigen Marktentwicklung wird eine Planung über einen Zeitraum von grundsätzlich fünf Jahren zugrunde gelegt. Die wichtigsten Annahmen für die Einschätzung der Werthaltigkeit beinhalten dabei geschätzte Wachstumsraten nach dem Detailplanungszeitraum sowie gewichtete Gesamtkapitalkostensätze und Steuersätze. Weitere wesentliche Planungsannahmen betreffen die künftige Umsatzentwicklung und die Entwicklung der operativen Ergebnismarge. Die vorgenannten Prämissen sowie das zugrunde liegende Berechnungsmodell können erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung haben.

Bei Forderungen aus Lieferung und Leistung umfasst die Wertberichtigung von zweifelhaften Forderungen in erheblichem Maße Einschätzungen und Beurteilungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, den aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle auf Portfoliobasis beruhen. Die tatsächlichen Zahlungseingänge können von den bilanzierten Buchwerten der Forderungen abweichen.

Für die Bewertung von Rückstellungen, vor allem für Pensionsverpflichtungen, im Immobilienbereich, für Prozessrisiken, drohende Verluste, im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben und -veräußerungen sowie Restrukturierungsmaßnahmen, sind Annahmen und Einschätzungen in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme, die Höhe der Verpflichtung sowie die bei langfristigen Rückstellungen verwendeten Zinssätze wesentlich. Bei Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Zusagen sind zudem versicherungsmathematische Annahmen über künftige Entgelt- und Rentenentwicklungen, Lebenserwartungen sowie Fluktuationen erforderlich. Die tatsächliche Entwicklung und damit die in Zukunft tatsächlich anfallenden Zahlungen können dabei von der erwarteten Entwicklung und den gebildeten Rückstellungen abweichen.

Die Bewertung der latenten Steueransprüche und - schulden erfordert Annahmen und Einschätzungen des Managements. Neben der Auslegung der auf das jeweilige Steuersubjekt anzuwendenden steuerlichen Vorschriften ist insbesondere bei der Berechnung der aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge die Möglichkeit abzuschätzen, zukünftig ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu erwirtschaften bzw. entsprechende Steuerstrategien zur Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge umzusetzen.

Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen am Bilanzstichtag. Zukünftige Ereignisse und Veränderungen von Rahmenbedingungen führen häufig dazu, dass sich die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten unterscheiden. Dies gilt insbesondere auch für Verpflichtungen, die dem Grunde, der Höhe und dem Eintrittstermin nach unsicher sind. Bei Abweichungen werden die Annahmen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses sind wesentliche Änderungen der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen nicht erkennbar.