Geschäftsbericht 2014

12 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Franz Haniel & Cie. GmbH beträgt zum 31. Dezember 2014 unverändert 1.000 Mio. Euro. Alle Anteile sind vollständig eingezahlt und befinden sich im direkten oder indirekten Eigentum der Familie Haniel.

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist der Eigenkapitalveränderungsrechnung hier zu entnehmen.

Im Geschäftsjahr wurden Eigene Anteile mit einem Nennbetrag in Höhe von insgesamt 1 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) erworben. Die Nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen die in Stuttgart ansässige TAKKT AG. Im Vorjahr bestanden zudem Nicht beherrschende Anteile in Höhe von 1.126 Mio. Euro an der im Geschäftsjahr veräußerten Celesio AG.

Die Veränderung im Konsolidierungskreis betrifft im Geschäftsjahr die Veräußerung des Geschäftsbereichs Celesio.

Im Vorjahr hat Haniel seinen Anteil an der TAKKT AG um 20,16 Prozent reduziert. Für die verkauften Anteile an der TAKKT AG hat Haniel eine Gegenleistung in Höhe von 149 Mio. Euro erhalten. Durch die Transaktion erhöhte sich der Buchwert der Nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital um 55 Mio. Euro. Die Differenz zwischen der erhaltenen Gegenleistung und dem auf die verkauften Anteile entfallenden Buchwert wurde im auf die Gesellschafter der Franz Haniel & Cie. GmbH entfallenden Eigenkapital erfasst. Zum Bilanzstichtag hält Haniel 50,25 Prozent an der TAKKT AG, der Führungsgesellschaft des Geschäftsbereichs TAKKT.

Die folgenden Tabellen enthalten die im Haniel-Konzernabschluss erfassten Finanzinformationen zum Geschäftsbereich TAKKT.

Mio. Euro 31.12.2014 31.12.2013
Langfristiges Vermögen 741 726
Kurzfristiges Vermögen 219 203
Langfristige Verbindlichkeiten 225 385
Kurzfristige Verbindlichkeiten 255 119
Eigenkapital 480 425
Davon auf Nicht beherrschende Anteile entfallendes Eigenkapital 174 146
Mio. Euro 20142013
Umsatzerlöse 981953
Operatives Ergebnis 11196
Ergebnis nach Steuern 6653
Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile 3320
Sonstiges Ergebnis 9-3
Gesamtergebnis 7550
Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile 3818
 
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 10178
Cashflow aus Investitionstätigkeit -13-9
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -90-68
An Nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividende 106

Innerhalb der Geschäftsbereiche Celesio und ELG wurden im Vorjahr Nicht beherrschende Anteile von bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen für einen Kaufpreis von 3 Mio. Euro erworben. Die Buchwerte der Nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital betrugen 2 Mio. Euro. Hierdurch verminderten sich die auf die Gesellschafter der Franz Haniel & Cie. GmbH entfallenden Gewinnrücklagen um 1 Mio. Euro.

Der Gesamtbetrag des kumulierten Sonstigen Ergebnisses entwickelte sich wie folgt:

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Mio. Euro Stand
01.01.2014
Veränderung
im Konsoli-
dierungskreis
Anteils-
veränderungen
bei bereits
konsolidierten
Unternehmen
Sonstiges
Ergebnis
Währungs-
effekte
Stand
31.12.2014
Neubewertungskomponenten
leistungsorientierter Versorgungspläne
-288 201 -81 1 -167
Latente Steuern 72 -49   24 47
Anteil am Sonstigen nicht in die
Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedernden
Ergebnis von At-Equity bewerteten Beteiligungen
-131 1 -100 -230
Nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung
umzugliederndes Sonstiges Ergebnis
-347 153 0 -157 1 -350
Derivative Finanzinstrumente -23 2 15 -6
Zur Veräußerung verfügbare Finanzanlagen 0   0
Latente Steuern 6 -4 2
Währungseffekte -318 145   167 -1 -7
Anteil am Sonstigen in die Gewinn- und
Verlustrechnung umzugliedernden Ergebnis
von At-Equity bewerteten Beteiligungen
-132   -107 -239
In die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliederndes
Sonstiges Ergebnis
-467 147 0 71 -1 -250
Kumuliertes Sonstiges Ergebnis -814 300 0 -86 0 -600
Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile -242 223 9 -10
Davon entfallen auf die Gesellschafter der
Franz Haniel & Cie. GmbH
-572 77 -95 -590
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Mio. Euro Stand
01.01.2013
nach Anpassung
Veränderung
im Konsoli-
dierungskreis
Anteils-
veränderungen
bei bereits
konsolidierten
Unternehmen
Sonstiges
Ergebnis
Währungs-
effekte
Stand
31.12.2013
Neubewertungskomponenten leistungsorientierter Versorgungspläne -293 10 -24 19 -288
Latente Steuern 81 -1   -3 -5 72
Anteil am Sonstigen nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedernden Ergebnis von At-Equity bewerteten Beteiligungen -137 6 -131
Nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliederndes
Sonstiges Ergebnis
-349 9 0 -21 14 -347
Derivative Finanzinstrumente -56 33 -23
Zur Veräußerung verfügbare Finanzanlagen 21 -21 0
Latente Steuern 14 -7 -1 6
Währungseffekte -179 -126 -13 -318
Anteil am Sonstigen in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedernden Ergebnis von At-Equity bewerteten Beteiligungen -131 -1 -132
In die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliederndes
Sonstiges Ergebnis
-331 0 0 -122 -14 -467
Kumuliertes Sonstiges Ergebnis -680 9 0 -143 0 -814
Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile -177 5 -6 -64   -242
Davon entfallen auf die Gesellschafter der Franz Haniel & Cie GmbH -503 4 6 -79 -572

Das ausgewiesene kumulierte Sonstige Ergebnis enthält einen Betrag in Höhe von insgesamt 2 Mio. Euro (Vorjahr: -446 Mio. Euro), der auf Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte und Schulden entfällt. Darin enthalten sind 0 Mio. Euro (Vorjahr: -157 Mio. Euro), die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern sind.

KAPITALSTEUERUNG

Ziel der Kapitalsteuerung des Haniel-Konzerns ist es zum einen, die finanzielle Flexibilität, den Spielraum für wertsteigernde Investitionen und die Beibehaltung solider Bilanzrelationen zu sichern. Hierbei werden Ratings im Investment-Grade-Bereich angestrebt. Zum anderen soll die Kapitalsteuerung gewährleisten, dass das im Haniel-Konzern gebundene Kapital wertsteigernd eingesetzt wird.

Der Konzern überwacht die Solidität der Bilanzrelationen mithilfe der Eigenkapitalquote, des Gearing und des Zinsdeckungsgrads.

Mio. Euro 2014 2013
Eigenkapital 3.973 4.556
/ Bilanzsumme 6.446 13.387
Eigenkapitalquote (in %) 61,6 34,0
 
(Finanzielle Verbindlichkeiten,
inklusive Zur Veräußerung vorgesehene
1.469 4.401
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente,
 inklusive Zur Veräußerung vorgesehene)
111 558
/ Eigenkapital 3.973 4.556
Gearing 0,3 0,8
 
(Operatives Ergebnis, inklusive
nicht fortgeführter Bereiche
258 593
+ Ergebnis At-Equity bewerteter Beteiligungen,
inklusive nicht fortgeführter Bereiche
14 100
+ Übriges Beteiligungsergebnis,
inklusive nicht fortgeführter Bereiche)
1 30
/ (Finanzierungsaufwand,
inklusive nicht fortgeführter Bereiche
221 340
– Übriges Finanzergebnis,
inklusive nicht fortgeführter Bereiche)
8 22
Zinsdeckungsgrad 1,3 2,3

Um den Einsatz des gebundenen Kapitals unter Renditegesichtspunkten zu steuern, setzt der Konzern als wertorientierte Steuerungskennzahlen den Haniel Value Added (HVA) und den Return on Capital Employed (ROCE) ein. Sie zeigen, ob das mit dem gebundenen Kapital erwirtschaftete Ergebnis die Kapitalkosten deckt.

Mio. Euro 2014 20132012
Operatives Ergebnis217166
+ Ergebnis At-Equity bewerteter Beteiligungen 14 96
+ Übriges Beteiligungsergebnis 24
+ Übriges Finanzergebnis 9 26
– Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 59 35
+ Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten
Bereiche vor Finanzierungsaufwand
726 330
Return 907 607
 
Bilanzsumme 6.446 13.38714.469
– Kurzfristige Rückstellungen 103 122269
– Verbindlichkeiten aus Lieferung und
Leistung und ähnliche Verbindlichkeiten
1511252.470
– Ertragsteuerverbindlichkeiten 18 1269
– Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 226 200922
– Passive latente Steuern 51 5094
– Zur Veräußerung vorgesehene unverzinsliche
Verbindlichkeiten
8 3.10374
Gebundenes Kapital 5.889 9.77510.571
 
Durchschnittliches gebundenes Kapital
(Geschäftsjahr und Vorjahr jeweil zur Hälfte)
7.832 10.173 
x Gewichtete Gesamtkapitalkosten (in %) 8,1 8,1 
Kapitalkosten 634 824 
 
Return 907 607 
– Kapitalkosten 634 824 
Haniel Value Added (HVA) 273 -217 
 
Return 907 607 
/ Durchschnittliches gebundenes Kapital 7.832 10.173 
Return on Capital Employed (ROCE, in %) 11,6 6,0 

Der gewichtete Gesamtkapitalkostensatz (WACC) spiegelt die Renditeerwartung der Eigen- und Fremdkapitalgeber nach Steuern wider.

Zudem werden Investitionsprojekte anhand methodisch einheitlicher DCF-Renditerechnungen bewertet, wobei pro Geschäftsbereich und Strategische Geschäftseinheit risikoadäquate Mindestrenditen vorgegeben werden.