Geschäftsbericht 2014

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2014 waren nachfolgende, durch den International Accounting Standards Board (IASB) bzw. das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) überarbeitete bzw. neu erlassene sowie von der Kommission der Europäischen Union übernommene Standards und Interpretationen erstmals verpflichtend anzuwenden:

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IFRS 10 (2011): „Consolidated Financial Statements“
IFRS 11 (2011): „Joint Arrangements“
IFRS 12 (2011): „Disclosure of Interests in Other Entities“
IAS 27 revised (2011): „Separate Financial Statements“
IAS 28 revised (2011): „Investments in Associates and Joint Ventures“
Amendments to IFRS 10, IFRS 11 and IFRS 12 (2012): „Consolidated Financial Statements,
  Joint Arrangements and Disclosure of Interests in Other Entities: Transition Guidance“
Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 27 (2012): „Investment Entities“
Amendments to IAS 32 (2011): „Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“
Amendments to IAS 36 (2013): „Recoverable Amount Disclosures for Non-Financial Assets“
Amendments to IAS 39 (2013): „Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting“

IFRS 10 verbindet die beiden bislang in IAS 27 und SIC 12 geregelten Konzepte zur Ermittlung eines Mutter-Tochter-Verhältnisses und führt ein neues, einheitliches Beherrschungskonzept ein. Beherrschung liegt nunmehr vor, wenn ein Unternehmen Verfügungsmacht über ein anderes Unternehmen hat, variablen Rückflüssen, wie beispielsweise Zinsen oder Gewinnbeteiligungen, aus seinem Engagement ausgesetzt ist und seine Verfügungsmacht zur Beeinflussung dieser Rückflüsse einsetzen kann.

IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinschaftlichen Vereinbarungen, bei denen mehrere Partner eine gemeinschaftliche Beherrschung ausüben. Eine derartige Beherrschung ist gegeben, wenn die Partner Entscheidungen über Aktivitäten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Rückflüsse aus der Vereinbarung haben, einvernehmlich treffen müssen. Der Standard unterscheidet dabei zwischen Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftlichen Tätigkeiten. Bei Letzteren haben die Partner direkte Rechte und Pflichten in Bezug auf einzelne Vermögenswerte und Schulden der gemeinschaftlichen Vereinbarung. Entsprechend werden diese Vermögenswerte und Schulden direkt im Konzernabschluss des Partners berücksichtigt. Bei einem Gemeinschaftsunternehmen sind die Partner hingegen am Nettovermögen bzw. Ergebnis des Gemeinschaftsunternehmens beteiligt. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Die Erstanwendung der neuen bzw. geänderten Konsolidierungsstandards IFRS 10 und IFRS 11 sowie IAS 28 führt zu Ausweisänderungen in den Rechenwerken des Haniel-Konzerns. Bislang wurden die von einem Beteiligungsunternehmen gemeinschaftlich gehaltenen Anteile an der METRO AG in der Konzernbilanz als Ausleihungen an bzw. Forderungen gegen Beteiligungen ausgewiesen. Seit dem Geschäftsjahr werden alle Anteile an der METRO AG einheitlich als At-Equity bewertete Beteiligungen gezeigt. Entsprechend kommt es in der Gewinn- und Verlustrechnung zu einer Umgliederung zwischen dem Übrigen Finanzergebnis und dem Ergebnis At-Equity bewerteter Beteiligungen. In der Kapitalflussrechnung werden alle hiermit im Zusammenhang stehenden Zahlungen entsprechend in der Zeile Nicht zahlungswirksames Ergebnis und Dividenden von At-Equity bewerteten Beteiligungen innerhalb des Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit berücksichtigt.

Die Übergangsvorschriften sehen eine retrospektive Anwendung der geänderten Konsolidierungsvorschriften vor, sodass die Vorjahreswerte angepasst wurden. Die folgenden Tabellen fassen die Auswirkungen auf die Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Kapitalflussrechnung des Haniel-Konzerns zusammen:

Mio. Euro 31.12.2013 31.12.2012
Aktiva
At-Equity bewertete Beteiligungen 576 568
Langfristiges Finanzielles Vermögen -554 -546
Forderungen gegen Beteiligungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte -22 -22
Bilanzsumme 0 0
Mio. Euro 2013
Ergebnis At-Equity bewerteter Beteiligungen 21
Übriges Finanzergebnis -21
Ergebnis nach Steuern 0
Mio. Euro 2013
Nicht zahlungswirksames Ergebnis und Dividenden von At-Equity bewerteten  Beteiligungen 22
Haniel-Cashflow
22
 
Veränderung der Vorräte, Forderungen und ähnlicher Aktiva -11
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
11
 
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und  anderen Vermögenswerten
-5
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und  andere Vermögenswerte
-6
Cashflow aus Investitionstätigkeit -11

IFRS 12 bündelt und erweitert die bislang in verschiedenen Standards geregelten Angabepflichten zu Anteilen an anderen Unternehmen und den daraus resultierenden Risiken. Im Haniel-Konzern ergeben sich aus der Erstanwendung der neuen Angabepflichten insbesondere neue Angaben zu wesentlichen Nicht beherrschenden Anteilen an vollkonsolidierten Tochterunternehmen, zu konsolidierten und nicht konsolidierten strukturierten Einheiten sowie zu wesentlichen At-Equity bewerteten Beteiligungen.

Darüber hinaus ergeben sich aus der erstmaligen Anwendung der geänderten bzw. neuen Standards im Geschäftsjahr keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Haniel-Konzerns.