Geschäftsbericht 2014

METRO GROUP

FRANZ HANIEL & CIE. GMBH
Die METRO GROUP hat 2014 weitere Fortschritte bei ihrer strategischen Neuausrichtung gemacht und konnte den Umsatz bereinigt um Unternehmenskäufe und -verkäufe sowie Währungseffekte steigern. Allerdings ist das Operative Ergebnis wegen Sonderaufwendungen, negativer Währungseffekte, Portfoliomaßnahmen sowie geringerer Erträge aus Immobilienverkäufen zurückgegangen. Daher lag auch das Beteiligungsergebnis des Haniel-Konzerns an der METRO GROUP deutlich unter dem des Vorjahres.

STRATEGISCHE NEUAUSRICHTUNG SCHREITET VORAN

Das strategische Ziel der METRO GROUP besteht darin, Mehrwert für den Kunden zu schaffen. Um das zu erreichen, setzt sie auf den Ausbau der Belieferungs- und Multi-Channel-Aktivitäten, die Verbesserung der Sortimente sowie die Stärkung der Eigenmarken. Bei all diesen Maßnahmen wurden 2014 weitere Fortschritte erzielt. So konnte METRO Cash & Carry den Umsatz aus dem mittlerweile in allen Vertriebsländern angebotenen Belieferungsgeschäft deutlich erhöhen. Zudem investiert METRO Cash & Carry verstärkt in eigene Zustelldepots, aus denen dann Teile des Belieferungsgeschäfts abgewickelt werden. Bei Media-Saturn wurde der über das Internet generierte Umsatz ebenfalls deutlich gesteigert. Dies ist zum einen auf den Ausbau und die enge Vernetzung der Vertriebskanäle bei Media-Markt und GROUPSaturn zurückzuführen. So können zum Beispiel Kunden Waren online bestellen und bei Verfügbarkeit taggleich im Markt abholen oder dort Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Zum anderen wird das reine Online-Angebot insbesondere unter der Marke Redcoon weiter ausgebaut. Real konnte den Umsatzanteil der Eigenmarken hauptsächlich durch die Ergänzung des Produktportfolios weiter steigern.

BEREINIGTER UMSATZ GESTEIGERT

Der Umsatz der METRO GROUP ging 2014 um 4 Prozent auf 62.625 Millionen Euro zurück. Wesentliche Ursachen dafür waren negative Währungseffekte sowie die Veräußerung des Osteuropageschäfts von Real. Bereinigt um Unternehmenskäufe und -verkäufe sowie Währungseffekte konnte der Umsatz um 2 Prozent gesteigert werden. Grund dafür war insbesondere der Ausbau des internationalen Standortnetzes: Die METRO GROUP hat im Geschäftsjahr 55 neue Standorte in neun Ländern eröffnet. Auch das Weihnachtsgeschäft 2014 verlief insgesamt positiv.

Der Umsatz von METRO Cash & Carry ging um 3 Prozent zurück. Maßgeblich hierfür waren negative Währungseffekte insbesondere infolge der Kursentwicklung des russischen Rubels. Währungsbereinigt konnte der Umsatz hingegen gesteigert werden. Dies lag zum einen an der internationalen Expansion vor allem in China und Russland, und zum anderen an einem leichten organischen Wachstum. Treiber waren dabei die Regionen Asien und Osteuropa inklusive Russland. Deutschland entwickelte sich stabil, während der Umsatz im übrigen Westeuropa zurückging.

Media-Saturn konnte den Umsatz um 1 Prozent erhöhen – trotz negativer Währungseffekte insbesondere infolge der Rubel-Entwicklung. Maßgeblich dafür war die Expansion der Vertriebslinie insbesondere in Osteuropa. Das organische Umsatzwachstum erreichte nach einer eher verhaltenen Entwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres durch ein in allen Regionen erfreuliches Weihnachtsgeschäft einen leicht positiven Wert. Dennoch war im Kernland Deutschland die Entwicklung insgesamt leicht rückläufig.

Der Verkauf des Osteuropageschäfts von Real wurde für Rumänien, Russland und die Ukraine bereits im Vorjahr abgeschlossen, Polen und die Türkei folgten 2014. Daraus ergab sich ein deutlicher Umsatzrückgang bei der Vertriebslinie Real. Im verbleibenden Geschäft in Deutschland ging der Umsatz aufgrund von Standortschließungen leicht zurück. Die organische Umsatzentwicklung blieb jedoch stabil. Dabei konnte dem intensiven Wettbewerb insbesondere seitens der Discounter durch die erfolgreiche Modernisierung zahlreicher Standorte begegnet werden.

Der Umsatz von Galeria Kaufhof lag auf dem Niveau des Vorjahres. Dabei wirkte die positive Entwicklung des Online-Geschäfts dem eher schwachen Textilgeschäft mit Winterware entgegen.

SONDERAUFWENDUNGEN BELASTEN OPERATIVES ERGEBNIS

Das Operative Ergebnis der METRO GROUP lag 2014 bei 1.187 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr bei 1.797 Millionen Euro gelegen hatte. Grund für diesen Rückgang waren höhere Sonderaufwendungen im Jahr 2014 – vor allem für Wertberichtigungen auf Goodwills bei METRO Cash & Carry, Standortschließungen bei Real sowie Restrukturierungsmaßnahmen bei Media-Saturn.

Bereinigt um Sonderaufwendungen ging das Operative Ergebnis von 1.801 Millionen Euro auf 1.678 Millionen Euro zurück. Dies ist in erster Linie auf negative Währungseffekte, den Wegfall des Ergebnisbeitrags aus dem verkauften Osteuropageschäft von Real und geringere Erträge aus Immobilienverkäufen zurückzuführen. Gegenläufig wirkten sich Kosteneinsparungen und Margenverbesserungen insbesondere bei Media-Saturn aus. Auf vergleichbarer Basis lag das Operative Ergebnis über dem des Vorjahres.

GERINGERER ERGEBNISBEITRAG FÜR HANIEL

Das deutlich niedrigere Operative Ergebnis der METRO GROUP hat das Beteiligungsergebnis des Haniel-Konzerns an der METRO GROUP anteilig negativ beeinflusst. Es sank daher trotz eines verbesserten Finanzergebnisses sowie eines geringeren Steueraufwands der METRO GROUP von 96 Millionen Euro im Vorjahr auf 14 Millionen Euro im Jahr 2014. Die Verbesserung im Finanzergebnis der METRO GROUP resultiert insbesondere aus einer niedrigeren Verschuldung sowie einem Ertrag aus der Veräußerung der Beteiligung an der Booker Group PLC.

VEREINFACHUNG DER METRO-BETEILIGUNGSSTRUKTUREN

Haniel hat zum 31. Oktober 2014 den Poolvertrag mit der Familie Schmidt-Ruthenbeck beendet. Die Poolvereinbarung diente im Wesentlichen der Stimmrechtsbündelung und war eine Struktur, die faktisch nicht erforderlich war. Durch die Beendigung des Poolvertrags ist es gelungen, die Beteiligungsstrukturen an der METRO AG deutlich zu vereinfachen.

FRANZ HANIEL & CIE. GMBH